TRANSFORM-CE – Projekt zur Schließung von Kreisläufen in der Kunststoffwirtschaft
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ie Abfallwirtschaft Rhein-Lahn unterstützt das europäische Forschungsprojekt


Projektbeschreibung

Die Problematik von Kunststoffabfällen, insbesondere deren negativen Auswirkungen auf die Umwelt, gewinnt zunehmend an Bedeutung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und auch in der medialen Berichterstattung. Acht Millionen Tonnen Einwegplastik gelangen jährlich in unsere Ozeane und schädigen als Mikroplastik unsere Ökosysteme. In Europa sind die nordwestlichen Länder (Großbritannien, Irland, Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten) Hauptkonsumenten und ebenfalls größte Verursacher von Einweg-Kunststoffabfällen. Neben der Problematik der Entsorgung und des Recyclings von Kunststoffabfällen bestehen auch beschaffungsseitige Herausforderungen: der Rezyklatanteil für neue Produkte ist gering bei steigender Kunststoffproduktion. 2016 wurden 60 Mio. Tonnen Kunststoffprodukte in der EU hergestellt und nur 8 Mio. Tonnen Kunststoffe als Sekundärrohstoffe in den Kreislauf zurückgeführt. Eine Steigerung des Kunststoffrecyclings ist vor diesem Hintergrund nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ökonomisch interessant, um die Nachfrage nach Kunststoffen zu bedienen und zur regionalen Wertschöpfung beizutragen. Im Hinblick auf die Ressourceneffizienz sollte die Deponierung und Verbrennung von Kunststoffabfällen vermieden werden und stattdessen die stoffliche Nutzung als hochwertige Verwertung den Vorrang erhalten. Die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft und die Stärkung des Marktes für Rezyklate in Nordwesteuropa hat vielerlei Vorteile: Unabhängigkeit von Importen der Primärressourcen, Inwertsetzung von Einwegkunststoffen, Stimulation der Nachfrage für rezyklierte Produkte, Vermeidung von Umwelteinträgen und Verlusten durch Deponierung und Verbrennung.

Unter diesen Voraussetzungen widmet sich das Projekt TRANSFORM-CE (TRANSFORMing single use plastic waste into additive manufacturing and intrusion-extrusion molding feedstocks and creating a new Circular Economy model for NWE) der Analyse der bestehenden Kunststoffkreisläufe und erarbeitet Kreislaufwirtschaftsmodelle zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Im Fokus stehen dabei zwei Arten von Einwegkunststoffen: geringwertige Kunststoffe wie bspw. Folien aus Verpackungen und hochwertige Kunststoffe wie z.B. PET-Flaschen. Im Rahmen des Projektes sollen zwei Pilotanlagen gebaut werden, welche diese Kunststofffraktionen wieder in Wert setzen. Eine Pilotanlage in den Niederladen widmet sich der Verwertung von geringwertigen Kunststoffabfällen in Spritzgussverfahren (IEM). Die andere Pilotanlage wird in Großbritannien gebaut und nutzt hochwertige Kunststoffabfälle in der additiven Herstellung, d.h. für die Anwendung im 3D-Druck (AM). Über die technische Realisierung hinaus legt das Projekt einen Schwerpunkt auf den Abgleich von Angebot (also Kunststoffabfallaufkommen und Qualitäten) und Nachfrage nach Primär- und Sekundärkunststoffen in der kunststoffverarbeitenden Industrie und Gewerbe. Im Mittelpunkt steht die Analyse von Marktpotenzialen und die Erarbeitung von Kreislaufwirtschaftsmodellen unter Einbindung von Akteuren aus Wirtschaft und Politik sowie Juristen. Aufgabe des Projekts dahingehend ist es, Unternehmen Alternativen zu Primärmaterialien anzubieten, Nachfrage für Wiederverwendung zu schaffen, die Marktaufnahme von Rezyklaten für neue Produkte anzuregen sowie Unternehmen bei der Adaption von Kreislaufwirtschaftsmodellen zu unterstützen. Langfristig soll das Projekt nicht nur die technische, ökologische und ökonomische Realisierbarkeit der hochwertigen Verwertung von Kunststoffabfällen in der Region NWE demonstrieren, sondern die technologische Verbreitung und Marktentwicklung in Europa stimulieren.

Die Projektziele und Aufgaben im Überblick sind:

Zur Erreichung dieser Ziele wurde ein Konsortium von Partnern aus Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland gebildet. Das Projektkonsortium setzt sich aus Partnern aus Forschung, Wirtschaft und der öffentlichen Hand zusammen. Dies sind neben dem Lead Partner, der Manchester Metropolitan University aus England, die folgende Teilnehmer:

Neben den genannten Projektpartnern gibt es weitere Sub und assoziierte Partner, die spezifische Rollen im Rahmen des Projekts übernehmen. Neben wirtschaftlichen Akteuren werden Behörden aktiv in das Projekt eingebunden, insbesondere um politische und rechtliche Aspekte der Kreislaufführung von Kunststoffen zu diskutieren. Dahingehend ist das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz ein assoziierter Partner des IfaS. Auf technischer und praktischer Seite verstärken die Interseroh Dienstleistungs GmbH und die Abfallwirtschaft des Rhein-Lahn-Kreises das Partnerkonsortium auf deutscher Seite. Außerdem nehmen am Projekt Unternehmen und abfallwirtschaftliche Akteure teil, welche Informationen liefern sowie die Realisierbarkeit der Kreislaufwirtschaftsmodelle und die Marktfähigkeit der erzeugten Rezyklate evaluieren und sicherstellen.

TRANSFORM-CE wird vom Interreg North West Europe-Programm im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Zur Projekthompage: www.nweurope.eu/transform-ce

Informationen und Kontakt seitens der Abfallwirtschaft Rhein-Lahn:
Andreas Warnstedt, technischer Werkleiter, Tel. 02604 960617, andreas.warnstedt@awz-rlk.de


Einsatz von 100% erneuerbarer Energie im Abfallwirtschaftszentrum Rhein-Lahn

Die Energielieferung für das Abfalllwirtschaftszentrum Rhein-Lahn wurde europaweit ausgeschrieben. Zukünftig werden die Anlagen im Abfallwirtschaftszentrum zu 100% mit erneuerbarer Energie betrieben.

Im Abfallwirtschaftszentrum Rhein-Lahn werden Abfälle professionell aufbereitet: Wertstoffe werden zu Recycling-Produkten, Biomasse und heizwertreiche Abfalle zum Ersatz für Heizöl und Erdgas. So trägt die Abfallwirtschaft Rhein-Lahn mit einem effizienten Stoffstrom-Management zur Ressourenschonung und zum Schutz des Klimas bei. Weitere Informationen zum Betrieb des Abfallwirtschaftszentrums Rhein-Lahn finden Sie in der Broschüre der Abfallwirtschaft Rhein-Lahn "ABFALL VERMEIDEN, BEHANDELN, VERWERTEN  & SICHER ENTSORGEN".